Unser Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2026
Wahlprogramm für die Kommunalwahl am 13.09.2026 der FDP Wolfsburg
1) Mittelstand stärken – Rückgrat unserer Wirtschaft sichern
2) Gründungen fördern – Innovation und Unternehmergeist vor Ort ermöglichen
3) Verwaltung modernisieren – digital, bürgerfreundlich und effizient
4) Solide Finanzen – nachhaltig und verantwortungsvoll haushalten
5) Mitbestimmung stärken – Kommunalpolitik für jeden ermöglichen
6) Klima schützen, Standortklima verbessern, Lebensqualität steigern – Beschlossene Maßnahmen zum Naturschutz konsequent weiterführen
7) Innenstädte mit Zukunft – Sicherheit und Lebensqualität stärken
8) Wolfsburg als Safespace – eine Stadt, die für alle da ist
9) Schülerinnen und Schüler unterstützen – Chancengerechtigkeit fördern
10) Kultur zukunftsfähig machen – kreativ, vielfältig, wirtschaftlich
1) Mittelstand stärken – Rückgrat unserer Wirtschaft sichern
Wir setzen uns für verlässliche Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen ein. Dazu gehören der Ausbau von digitaler Infrastruktur, die Bereitstellung von Entwicklungs- und Gewerbeflächen sowie eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur durch gezielten Straßenbau und die Modernisierung bestehender Verkehrswege. Um den Standort Wolfsburg weiterzuentwickeln, sind die Voraussetzungen für Ansiedlungen von Unternehmen im Bereich zukunftsfähiger Schlüsseltechnologien herzustellen.
Zudem wollen wir Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren konsequent digitalisieren und beschleunigen, damit sich Unternehmen auf ihre wirtschaftliche Tätigkeit konzentrieren können, statt durch unnötige Bürokratie ausgebremst zu werden. Durch einen regelmäßigen Austausch mit regionalen Handwerksbetrieben, Familienunternehmen und mittelständischen Unternehmen richten wir die kommunale Wirtschaftspolitik stärker an den Bedürfnissen der lokalen Wirtschaft aus. Die Regionalität von Angeboten in den Ortsteilen stärken wir durch zielgerichtete Maßnahmen.
2) Gründungen fördern – Innovation und Unternehmergeist vor Ort ermöglichen
Mit der Umsetzung eines Gründungszentrums schaffen wir einen zentralen Anlaufpunkt für Gründerinnen und Gründer. Wir unterstützen Start-ups durch Beratung, Vernetzung und attraktive Standortbedingungen, damit neue Ideen zu erfolgreichen Unternehmen, zukunftssicheren Arbeitsplätzen und einer breiteren wirtschaftlichen Basis für Wolfsburg werden.
Den Innovations- und Gründercampus wollen wir konsequent weiterentwickeln und dessen Umsetzung transparent vorantreiben. Ergänzend sollen leerstehende oder nicht vollständig genutzte städtische Büroflächen jungen Unternehmen und Start-ups einfacher zu attraktiven Konditionen zur Verfügung gestellt werden, um Gründungen zu erleichtern und vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen.
3) Verwaltung modernisieren – digital, bürgerfreundlich und effizient
Die kommunale Verwaltung ist der Dreh- und Angelpunkt des Miteinanders in unserer Stadt. Alle zentralen Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger sind von der Arbeit der Stadtverwaltung betroffen. Daher ist eine funktionierende, digitale und schnelle Verwaltung maßgeblich daran beteiligt, wie lebenswert und wirtschaftlich erfolgreich die Stadt ist. Die Verwaltung stellt wichtige Dienstleistungen für die Wolfsburger Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen bereit. Daher muss der Wandel im Selbstverständnis aller Verwaltungsebenen hin zu einem Servicegedanken weiter vorangetrieben werden. Die Verwaltung dient dem Bürger, nicht umgekehrt.
Insbesondere wollen wir ein digitales Bürgeramt einrichten, in dem postalische Verwaltungsabläufe sowie Formulare und Anträge in Papierform der Vergangenheit angehören. Alle Verwaltungsdienstleistungen müssen bis spätestens Ende 2029 auch digital angeboten werden. Diesen digitalen Wandel der öffentlichen Verwaltung wollen wir aktiv begleiten.
Öffnungszeiten müssen flexibilisiert werden. Die Bürgerdienste und Verwaltungssprechstellen stellen zuallererst eine Servicestelle für die Wolfsburgerinnen und Wolfsburger dar. Der Gang zum Amt darf deshalb nicht länger zur Hürde werden.
Den Dienstleistungsgedanken in der Verwaltungsarbeit wollen wir Freie Demokraten zudem stärken, indem das Verwaltungshandeln von der überbordenden Bürokratie befreit wird. Leistungen, Arbeits- und Genehmigungsabläufe müssen konsequent auf den Prüfstand. Auch hier ist ein erheblicher Gewinn durch Digitalisierung und durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz zu erwarten.
Darüber hinaus setzen wir uns grundsätzlich für den freien Zugang zu Informationen und nicht-personenbezogenen Daten kommunaler Behörden sowie eine Politik nach dem Prinzip der Open Public Data und des Open Governments ein. Daher fordern Freie Demokraten, dass die Stadt die Verpflichtungen, die aus den Regelungen des Onlinezugangsgesetzes hervorgehen, bürgerfreundlich und unbürokratisch zeitnah umsetzt.
Die Verwaltung als Arbeitgeberin muss sich weiter wandeln, um modernen Anforderungen an die Arbeitswelt zu genügen und qualifizierte Fachkräfte mit einem modernen, interessanten und attraktiven Arbeitsumfeld zu gewinnen. Der Wunsch vieler Beschäftigter nach mehr Flexibilität und einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Freizeitaktivitäten wächst.
Wir streben eine Professionalisierung der Fördermittelakquise in der Stadtverwaltung an. Wenn Fördermittel, die von Land, Bund und EU bereitgestellt werden, maximal ausgeschöpft werden, wird der städtische Haushalt bei gleicher Aufgabenwahrnehmung weniger stark belastet. Die Stadt muss sich professioneller aufstellen, um diese Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen.
4) Solide Finanzen sichern – nachhaltig und verantwortungsvoll haushalten
Wir setzen uns für eine nachhaltige Haushaltspolitik ein. Auch in finanziell angespannten Zeiten fordern wir eine strikte Einhaltung des gesetzlich verankerten Verschuldungsverbots und einen planmäßigen Schuldenabbau.
Als Freie Demokraten setzten wir auf strukturelle Korrekturen, öffentliche Aufgabenreduzierung und Effizienzsteigerung durch eine moderne Verwaltung.
Das Bekenntnis zu einer nachhaltigen Haushaltspolitik resultiert für uns nicht nur aus einem wirtschaftlichen Grundverständnis, sondern ist auch Ausdruck von Generationengerechtigkeit. Mit einer nachhaltigen Haushaltspolitik ermöglichen wir der nächsten Generation, ihre Zukunft selbst gestalten zu können.
Wir werden uns weiterhin gegen kommunale Steuererhöhungen einsetzen. Einnahmeeinbußen schlicht durch Steuererhöhungen und damit mit einer Mehrbelastung der Bürgerinnen und Bürger auszugleichen, ist mit uns Freie Demokraten nicht machbar.
Daher werden wir uns auch weiterhin für die Abschaffung der Hundesteuer einsetzen.
In die Zukunft gerichtete Investitionen wollen wir auch weiterhin, unabhängig der finanziellen Schwierigkeiten, planmäßig tätigen. Dazu zählen für uns insbesondere Investitionen in Bildung, Digitalisierung, Klimaresilienz und Infrastruktur.
Wir wollen vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage bei gleichzeitigem Investitionsbedarf die konsequente Prüfung und Berücksichtigung von ÖPP-Projekten.
Teure Prestigeprojekte können wir uns nicht mehr leisten. Pauschale Kürzungen nach dem „Rasenmäherprinzip“ sind jedoch keine Lösung. Stattdessen wollen wir die städtischen Ausgaben konsequent auf ihre Notwendigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit überprüfen und klare Prioritäten setzen.
5) Mitbestimmung stärken – Kommunalpolitik für jeden ermöglichen
Die Arbeit der Stadtverwaltung ist maßgeblich von kommunalpolitischen Entscheidungen abhängig. Daher ist es wichtig, gute, engagierte ehrenamtliche Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker für die Arbeit in den politischen Gremien zu gewinnen und beizubehalten.
Wir wollen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und dem Engagement in der Kommunalpolitik auch die Arbeit in den kommunalen Gremien und in der Verwaltung selbst modernisieren. Wir fordern deshalb die Ermöglichung von komplett digitalen Sitzungen, zumindest aber von sogenannten Hybridsitzungen – so wie bereits während der Corona Pandemie durchgeführt.
Wir Freie Demokraten wollen alle öffentlichen Sitzungen der kommunalen Gremien grundsätzlich als Livestream ins Internet übertragen, um engagierten und interessierten Wolfsburgerinnen und Wolfsburger eine vereinfachte Möglichkeit zu geben, am politischen Diskurs ihrer Gemeinde teilnehmen zu können. Denn Demokratie lebt von Beteiligung.
Die Wolfsburgerinnen und Wolfsburger engagieren sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich für unsere Stadtgesellschaft. Dieses Engagement wollen wir weiterhin fördern und wertschätzen. Deshalb setzen wir uns für eine Weiterentwicklung und Attraktivitätssteigerung der Angebote im Rahmen der Ehrenamtskarte ein.
Vereine leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Wolfsburg. Deshalb wollen wir die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement verbessern und bürokratische Hürden für Vereine abbauen. Wir setzen uns dafür ein, dass sie Planungssicherheit erhalten und bei Förderanträgen sowie Verwaltungsverfahren stärker unterstützt werden.
6) Klima schützen, Standortklima verbessern, Lebensqualität steigern – Beschlossene Maßnahmen zum Naturschutz konsequent weiterführen
Wir wollen das Mikroklima in Wolfsburg gezielt verbessern. Deshalb fördern wir die Entsiegelung geeigneter Flächen, die Begrünung des öffentlichen Raums sowie ein nachhaltiges Regenwasser- und Gewässermanagement bei allen relevanten Stadtentwicklungsprojekten.
In der kommenden Ratsperiode wollen wir den Masterplan 100% Klimaschutz einer kritischen Bestandsaufnahme unterziehen. Maßnahmen müssen sich an ihrer tatsächlichen Wirksamkeit, ihrer Umsetzbarkeit und einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln messen lassen.
Die Umsetzung des verpflichtenden Einbaus von Photovoltaikanlagen und Nutzung von Solarenergie in allen öffentlichen Gebäuden muss intensiviert werden. Das 100–Dächer Programm muss fortgeführt und weiterentwickelt werden. Wir wollen den Ausbau von Photovoltaik auch für private Haushalte in Wolfsburg aktiv vorantreiben. Dafür schaffen wir bessere Informations- und Beratungsangebote sowie gezielte Anreize, um Bürgerinnen und Bürgern den Einstieg in die Nutzung von Solarenergie so einfach wie möglich zu machen.
Wir setzen auf eine moderne und bedarfsgerechte Verkehrspolitik. Dazu gehören die nachhaltige Weiterentwicklung des ÖPNV sowie gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs, damit die Menschen in Wolfsburg frei und flexibel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wählen können.
Die naturnahe Gestaltung öffentlicher Grünflächen, die Anpflanzung heimischer und klimaangepasster Baumarten sowie der schrittweise Umbau unserer Wälder zu naturnahen Mischwäldern mit Totholzanteilen sollen konsequent fortgeführt werden. Gleichzeitig wollen wir Hecken, Feldgehölze, Alleen, Baumreihen und Feldraine als wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger durch eine fachgerechte Pflege dauerhaft erhalten. Mit der Bebauung vorgesehener Flächen soll unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit sparsam und verantwortungsvoll umgegangen werden.
Wir wollen denaturierte Gewässer systematisch erfassen und Renaturierungsmaßnahmen nach ihrem ökologischen Nutzen und ihrer Wirtschaftlichkeit priorisieren. Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung müssen dabei gemeinsam gedacht werden. Zudem soll mit dem Lernort „Gewässer“ ein weiterer außerschulischer Bildungsort geschaffen werden.
7) Innenstädte mit Zukunft – Sicherheit und Lebensqualität stärken
Eine hohe Lebensqualität beginnt im direkten Lebensumfeld. Deshalb setzen wir uns für eine saubere, sichere und einladende Innenstadt ein. Wir wollen eine lebendige Wolfsburger Innenstadt, die wieder Mittelpunkt für Handel, Wirtschaft, Sport, Kultur und Begegnung ist. Durch ein vielfältiges gastronomisches Angebot möchten wir die Aufenthaltsqualität steigern und mit Cafés, Bars und Clubs eine attraktive Erlebniswelt schaffen, die auch das Nachtleben belebt. Leerstehende Ladenlokale sollen verstärkt temporär als Pop–up–Stores, Ausstellungsflächen oder Präsentationsräume für lokale Künstlerinnen und Künstler, Gründerinnen und Gründer sowie innovative Projekte genutzt werden.
Die Stadtplanung muss die Lebensrealität von allen Wolfsburgerinnen und Wolfsburgern stärker berücksichtigen. Wir setzen uns für eine geschlechtersensible Planung öffentlicher Räume ein – für mehr Sichtbarkeit, Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Barrierefreiheit nützt allen. Öffentliche Gebäude, Haltestellen und Wege sollen schrittweise barrierefrei gestaltet werden, damit alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat für uns hohe Priorität. Dem wachsenden Unsicherheitsgefühl wollen wir durch eine moderne, einheitliche und bedarfsgerechte Beleuchtung des öffentlichen Raums begegnen. Deshalb setzen wir auf den verstärkten Einsatz intelligenter Straßenbeleuchtung. Smarte Laternen, die ihre Helligkeit an die tatsächliche Nutzung anpassen und auf Bewegungen reagieren, erhöhen die Sicherheit, reduzieren die Lichtverschmutzung und senken den Energieverbrauch. Insbesondere in den Ortsteilen sehen wir hier ein großes Potenzial. Darüber hinaus setzen wir uns für mehr Polizeipräsenz an Orten mit hohem Kriminalitätsaufkommen ein. In diesem Zusammenhang zeigen wir uns offen für zusätzliche Regelungen, die den Einsatzkräften ein wirksames Durchgreifen ermöglichen.
Wir unterstützen die Einrichtung von E-Ladelaternen. Durch die intelligente Nutzung bestehender Infrastruktur können zusätzliche Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge geschaffen werden, ohne dass hierfür in großem Umfang neue Flächen versiegelt oder zusätzliche Anlagen errichtet werden müssen.
Ein öffentlicher Trinkbrunnen in jedem stark belebten Stadtteil erhöht nicht nur die Lebensqualität im öffentlichen Raum, sondern steigert auch das Bewusstsein für die Bedeutung von Trinkwasser als wertvolles Lebensmittel. Wir setzen uns dafür ein, dass zukünftig in jedem stark belebten Stadtteil mindestens ein Trinkbrunnen installiert wird.
8) Wolfsburg als Safespace – eine Stadt, die für alle da ist
Familien leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Wir wollen Wolfsburg als familienfreundliche Stadt weiter stärken und die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt verbessern. Dazu gehören verlässliche Betreuungsangebote, familienfreundliche Öffnungszeiten öffentlicher Einrichtungen sowie attraktive Freizeit- und Begegnungsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern. Familien sollen sich in Wolfsburg auf eine gute Infrastruktur verlassen können. Deshalb setzen wir uns für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Spielplätzen, Freizeitflächen und familiengerechten Angeboten in allen Stadt- und Ortsteilen ein.
Die Sicherheit von Frauen ist keine Nebensache, sondern die Grundvoraussetzung für Freiheit im öffentlichen Raum. Unser Ziel ist eine Stadt, in der Frauen keine Umwege gehen, keine Angst haben und sich jederzeit selbstverständlich sicher fühlen können. Wir setzen uns für ein „Sicher nach Hause“-Konzept ein, das Frauen insbesondere nachts einen geschützten Heimweg ermöglicht – durch bessere, vergünstigte Mobilitätsangebote und Kooperationen mit lokalen Anbietern. Wer mit dem Bus fährt, soll zukünftig in der Zeit zwischen 23:00 Uhr bis 5:00 Uhr die Möglichkeit haben, auch zwischen zwei Bushaltestellen auszusteigen.
Wir wollen, dass sich alle Menschen auf Wolfsburger Veranstaltungen und im öffentlichen Raum sicher fühlen können. Deshalb setzen wir uns für ein mobiles Awareness- und Hilfekonzept nach dem Vorbild von EDELGARD in Köln ein.
Ergänzend wollen wir ein stadtweites „Safe Space“-Kennzeichnungssystem etablieren. Geschäfte, Gastronomiebetriebe und öffentliche Einrichtungen können durch gut sichtbare Kennzeichnungen zeigen, dass Betroffene von Belästigung, Diskriminierung oder Gewalt hier Schutz, Unterstützung und Hilfe erhalten. So schaffen wir ein flächendeckendes Netz an sicheren Orten im Alltag.
Mental Health verdient mehr Aufmerksamkeit und Entstigmatisierung. Daher setzen wir uns für eine Mental-Health-Woche ein, in der über psychische Erkrankungen, Suizidprävention und bestehende Hilfsangebote informiert wird. Gleichzeitig wollen wir der wachsenden sozialen Isolation entgegenwirken und innovative Konzepte gegen Einsamkeit fördern. Ziel ist es, Begegnungsräume zu schaffen und Gemeinschaftsinitiativen zu stärken, die Menschen aller Altersgruppen zusammenbringen.
Um die Gesundheit und Selbstständigkeit gerade unserer älteren Bevölkerung zu gewährleisten, ist es unerlässlich, dass neben einer qualifizierten ärztlichen Versorgung auch der Zugang zu persönlicher Beratung und Medikamentenversorgung in lokalen Apotheken erhalten bleibt. Persönliche Beratungsgespräche sind von unschätzbarem Wert, um mögliche Risiken und Wechselwirkungen bei der Einnahme verschiedener Medikamente zu vermeiden und die Einnahmetreue sicherzustellen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Standortbedingungen deutlich zu verbessern, sodass Arztpraxen und Apotheken dauerhaft in den Stadt- und Ortsteilen verankert sind.
Des Weiteren wollen wir die Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten stärken und ein stadtweites Pooling unter Wolfsburger Arztpraxen etablieren. So können Praxen bei personellen Engpässen oder in Krisensituationen kurzfristig Unterstützung anfordern und eine verlässliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherstellen.
Wir setzen uns dafür ein, einen Medizincampus Wolfsburg der Universitätsmedizin Göttingen (MUG) als Ausbildungsstandort der Fakultät zu stärken und Wolfsburg zu einem festen Bestandteil der medizinischen Nachwuchsförderung in Niedersachsen zu machen. Eine engere Verzahnung des Wolfsburger Gesundheitsschutzes mit dem Zivil-, bzw. Bevölkerungsschutz ist auch für die Stadt Wolfsburg erstrebenswert.
9) Schülerinnen und Schüler unterstützen – Chancengerechtigkeit fördern
Wir wollen Schülerinnen und Schüler gezielt unterstützen und mehr Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich schaffen. Deshalb setzen wir uns für die Möglichkeit der Einrichtung eines freien Förderfonds ein, der ein kostenfreies Mittagessen für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen kann. Eine gesunde und verlässliche Ernährung im Schulalltag stärkt die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und schafft bessere Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen.
Ergänzend wollen wir Unternehmen gezielt als Partner gewinnen und ehrenamtliche Initiativen stärker einbinden. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten geschaffen werden, damit sich Eltern, Unternehmen und weitere gesellschaftliche Akteure einfacher im schulischen Bereich engagieren können – insbesondere zur Unterstützung von Angeboten im Bereich KI-Kompetenz und Sicherheit im digitalen Raum. Entsprechende Maßnahmen sollen regelmäßig evaluiert und transparent dokumentiert werden, um Qualität zu sichern und erfolgreiche Konzepte sichtbar zu machen.
Wir fordern einen deutlichen Bürokratieabbau im schulischen Bereich. Schulische und baupolitische Genehmigungsverfahren sollen überprüft und effizienter gestaltet werden, um bürokratische Hürden abzubauen und Entscheidungsprozesse spürbar zu beschleunigen. Dies gilt insbesondere für Genehmigungs- und Sanierungsverfahren bei maroden Schulgebäuden, damit notwendige Modernisierungsmaßnahmen künftig schneller umgesetzt werden können.
Wir wollen die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an politischen und schulischen Entscheidungsprozessen stärken. Deshalb setzen wir uns für einen regelmäßigen und verbindlichen Austausch mit Schülervertretungen ein und wollen einen institutionalisierten „Schülerdialog Wolfsburg“ mit Vertreterinnen und Vertretern aller weiterführenden Schulen schaffen. Dieser soll quartalsweise mit der Stadtverwaltung und politischen Entscheidungsträgern zusammentreffen. Um die Mitwirkung wirksam zu gestalten, sollen Ergebnisse und Beschlüsse des Schülerdialogs öffentlich dokumentiert werden. Die Stadtverwaltung soll innerhalb eines festgelegten Zeitraums auf eingereichte Vorschläge reagieren. Zudem sollen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, Themen aktiv in Fachausschüsse einzubringen. Ziel ist mehr Mitbestimmung, Transparenz und Verbindlichkeit ohne zusätzliche bürokratische Belastungen.
Wir fordern eine größere finanzielle Eigenständigkeit der Schulen. Schulen sollen ein pauschales, nicht zweckgebundenes Budget erhalten, um flexibel und eigenverantwortlich auf individuelle Bedürfnisse reagieren zu können. Gleichzeitig wollen wir die Qualitätssicherung und Feedbackkultur an Wolfsburger Schulen stärken. Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, schulische Angebote und Strukturen digital zu bewerten. So schaffen wir mehr Transparenz, fördern den Austausch zwischen Schulen und Schulgemeinschaften und ermöglichen gezielte Verbesserungsprozesse bei gleichzeitig größerer Eigenverantwortung der Schulen.
Wir wollen eine stärkere Einbindung von Lehramtsstudierenden in den Schulalltag. Hierfür sollen Anreize geschaffen werden, damit Lehramtsstudierende bereits während ihres Studiums unterstützend an Schulen tätig werden können. Zusätzlich soll geprüft werden, ob weitere Teilzeitstellen oder spezielle Programme zur Einbindung dieser Zielgruppe geschaffen werden können.
10) Kultur zukunftsfähig machen – kreativ, vielfältig, wirtschaftlich
Wir setzen uns für eine Sanierung und Verkleinerung des CongressParks ein. Hiermit werden die hohen Unterhaltskosten, die zur Zeit durch städtische Subventionen ermöglicht werden, gemindert. Zusätzlich wird die Attraktivität der Einrichtung als Veranstaltungsort gesteigert. Anschließend an die Sanierung wollen wir den CongressPark an einen privaten Betreiber vermitteln – so kann der Congresspark als unabhängiger Veranstaltungsort effizienter und ohne städtische Ausgaben dem Gemeinwohl dienen.
Wir wollen die kulturelle Vielfalt Wolfsburgs sichtbar machen und kreative Entfaltungsmöglichkeiten stärken. Deshalb schlagen wir die Einführung eines Kulturfests vor, das als familienfreundliche Veranstaltung die unterschiedlichen Kulturen unserer Stadt erlebbar macht. Um die Vielfalt in ganz Wolfsburg sichtbar zu machen, soll das Fest in wechselnden Stadtteilen stattfinden.
Die lokale Kunst- und Kreativszene wollen wir stärken und ihr mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum verschaffen. Hierfür schaffen wir die Voraussetzungen für einen regelmäßigen Kunstmarkt in Wolfsburg, auf dem lokale Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentieren, verkaufen und mit Interessierten ins Gespräch kommen können.
Gleichzeitig wollen wir die kulturelle Jugendarbeit im Hallenbad gezielt unterstützen. Junge Bands, Künstlerinnen und Künstler sowie weitere kreative Gruppen sollen dort die Möglichkeit erhalten, sich frei und selbstständig zu entfalten. Hierfür wollen wir die passenden Rahmenbedingungen schaffen und die Zusammenarbeit zwischen dem Kulturzentrum und weiteren Einrichtungen des Geschäftsbereichs Jugend intensivieren.
Wir wollen den Kulturentwicklungsplan überarbeiten und an die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen. Dabei sollen insbesondere die kulturellen Einflüsse durch die in Wolfsburg lebenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine berücksichtigt werden. Gleichzeitig soll der Kulturentwicklungsplan der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz im kreativen und künstlerischen Bereich Rechnung tragen. Künstliche Intelligenz soll als Teil einer modernen Kulturlandschaft verstanden und bei geeigneten kulturellen Projekten mitgedacht werden.